Leseprobe Theo

theo-troepfchens-reise-durch-das-landHallo, liebe Freunde!
Jetzt ist endlich Ruhe eingezogen. Die anderen sind zu sich nach Hause gegangen und die Erwachsenen haben mit sich selbst genug zu tun. Wenn nicht gerade jetzt jemand Dir unbedingt einen Weg zur Besorgung aufgeben will, dann haben wir nun Zeit für einander. Mit wir, damit meine ich Dich und mich

Theo Tröpfchen.
Wenn Du es willst, dann entführe ich Dich jetzt von hier und wir schauen uns gemeinsam die große, weite Welt an, so wie sie vor uns noch keiner gesehen hat, denn wer war schon einmal mit einem Tröpfchen auf Erkundungstour?

Wie wir das anstellen wollen? Glaube einfach an mich, lass Deiner Phantasie freien Lauf, schließe ab und zu die Augen und stelle Dir vor, was Du hier liest. Und wenn das nicht funktioniert, dann werden Dir die Bilder beim Träumen helfen.
Also, viel Spaß, bei unserem Abenteuer.

Zuerst wollen wir uns die Welt von oben ansehen. Das ist gar nicht so kompliziert, denn mein Sonnenlift wird uns bis in die höchsten Wolkenschichten tragen.
Was ein Sonnenlift ist? Schau mal, wenn Du ein nasses Blatt entdeckst, was passiert, wenn die Sonne darauf scheint. Es dauert nur kurze Zeit und die Feuchtigkeit ist einfach verschwunden. Weißt Du, wo sie hin ist?
Die Sonne hat das Wasser verdunstet, zu Dampf gemacht, der hoch bis in die Wolken steigt. Das ist mein Sonnenlift, denn ich bin ja, wie mein Name schon sagt, ein Tröpfchen.
Wenn wir schon einmal hier oben sind: kannst Du erkennen, wie sich der Horizont wölbt? Das ist so, weil die Erde eine Kugel ist und man kann es nur sehen, wenn man so in so großer Höhe ist, wie wir jetzt. Wenn wir jetzt mit den Wolken ziehen, dann werden wir immer neue Stücke der Erdkugel entdecken und die hinter uns liegenden Berge und Täler, die Häuser, Straßen und Flüsse, die Seen, Bäume und Felder werden hinter dem Horizont zurückbleiben. Sieh nur richtig hin, erkennst Du die Häuser, die Straßen, die Flüsse und den See?
Sieh doch mal: das Meer! Du glaubst gar nicht, wie viel es dort zu sehen gibt. Komm mit, wir betrachten es uns aus der Nähe an. Vielleicht will uns mein alter Bekannter, der Käpt‘n Briese von der Jolle „Waterfloh“ ein wenig über das Meer erzählen? Ich glaube, da hinten ist er schon mit seinem kleinen Kahn. „Hallo Käpt’n Briese! Kann ich an Bord kommen?“
„Ach nee, wer treibt sich denn da in meinem Fahrwasser herum? Mit der Luftmat-ratze biste aber da ein bisschen falsch hier, so ein Fahrzeug ist ja doch bloß am Ufer erlaubt, da wo all die Urlauber und Erholungsuchenden schwimmen und im Wasser herumtoben. Hier ist es doch viel zu gefährlich! Komm schnell an Bord!“
Das lassen wir uns natürlich nicht zweimal sagen. Komm schnell mit auf das Boot, denn der Kapitän kann ganz prima erzählen. Spitz die Ohren, was er uns über das Meer erzählt:
>>Im Gegensatz zum Bach oder zum Fluss, zum Teich oder zum See ist das Wasser im Meer salzig. Deshalb leben hier auch ganz andere Tiere, nämlich solche, die das Salzwasser zum Leben brauchen und in anderem Wasser gar nicht leben könnten. Hier findest Du die Robbe und den Seehund, den Hering und die Qualle und, und, und …
Das Meer ist aber auch die breiteste Straße der Welt. Glaubst du es nicht? Es stimmt schon, auch wenn kein Asphalt zu sehen ist und auch nach dem streng-sten Winter keine Schlaglöcher entstehen. Die vielen Schiffe transportieren viel mehr, als ein Lauskraftwagen je fortbringen könnte, ja selbst mehr als ein ganzer Eisenbahnzug wegfahren kann. Es gibt Schiffe für den Fischfang, Containerschiffe, Tanker, Fährschiffe und noch viele mehr, auch die riesigen Urlauberschiffe.
Weil so ein Schiff viel mehr fortbringen kann als ein Auto oder ein Flugzeug, ist der Transport auch viel billiger. Dafür dauert die Reise aber auch sehr viel länger, als eine Reise mit dem Düsenjet. Also werden nur ganz eilige Lieferungen mit dem Flugzeug gebracht.
Das Meer trennt nicht nur die Kontinente von einander, sondern verbindet sie auch. Über das Meer kommen wir nach Amerika oder nach Australien, ja sogar in die eiskalte Antarktis, wo die Pinguine zu Hause sind.<<
Na, was sagst Du nun? Der Käpt’n Briese ist doch ein schlauer Mann, wie? Na-türlich gibt es noch viel mehr dazu zu berichten. Aber dafür bräuchten wir ein neues Buch, denn wir wollen uns ja noch viel mehr ansehen.
„Danke Kapitän. Es war wie immer bei Dir sehr interessant. Wir kommen wieder und dann kannst Du uns noch viel mehr erzählen. Ahoi!“
Warum ich „Ahoi“ sage? Das ist der Gruß der Seeleute und heißt so viel wie „Guten Tag“ und „Gute Reise“.
Wenn wir uns das Meer angesehen haben, müssen wir uns natürlich auch das Land erkunden. Das geht natürlich nicht mit dem Käpt’n Briese, denn der kann ja mit seinem Boot nicht gut über Land fahren. Aber vielleicht wird uns dann der Kraftfahrer Benno helfen, der für die Lebensmittelläden die Lieferung mit seinem großen Truck auf den Straßen unterwegs ist. Er weiß nicht weniger zu berichten als der Kapitän.
Zufälligerweise hat er gerade heute am Hafen wieder einen großen Container abgeholt. Container, das sind die großen Stahlkisten, die gleich vom Schiff auf das Auto gehoben werden. Wir werden ihn sicher drüben auf dem großen Parkplatz treffen.
Siehst Du da drüben den großen blauen Truck? Das ist Benno. Von hier bin ich schon oft mit ihm losgefahren. Meistens sitze ich auf der Windschutzscheibe und muss aufpassen, dass mich der Scheibenwischer nicht wegschiebt.